Das NCT Dresden

Am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen gehen Patienten und Forscher durch dieselbe Tür. Das ist mehr als ein Symbol: Das NCT Dresden hat es sich zur Aufgabe gemacht, Forschung und Krankenversorgung so eng wie möglich zu verknüpfen. Damit können Krebspatienten in Dresden auf dem jeweils neuesten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse behandelt werden, was europaweit in dieser Form nur an wenigen universitären Standorten möglich ist.

Träger des NCT Dresden sind das Deutsche Krebsforschungszentrum Heidelberg, die Medizinische Fakultät der Technischen Universität Dresden, das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden sowie das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf.

Nach der Aufbauphase erhält der Standort Dresden ab 2019 eine jährliche Förderung von 15 Millionen Euro, die im Verhältnis 90:10 durch den Bund und den Freistaat Sachsen finanziert wird. Für den Bau eines neuen NCT-Gebäudes auf dem Gelände des Universitätsklinikums stellt der Freistaat Sachsen darüber hinaus 22 Millionen Euro bereit.

 

„Die“ Krankheit Krebs gibt es nicht. Stattdessen handelt es sich um eine Gruppe von Krankheiten, die zwar alle ursprünglich durch Veränderungen am Erbgut, so genannte Mutationen, entstanden sind, aber sehr unterschiedlich verlaufen können. Heute sind etwa 250 Tumorarten bekannt. Darüber hinaus ist die Biologie jedes Tumors bei jedem Patienten anders.

Die Wissenschaftler und Ärzte am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen streben daher eine personalisierte Krebsmedizin an: Durch Tests bestimmen sie die biologischen Eigenschaften des individuellen Tumors ganz genau, um für ihre Patienten eine maßgeschneiderte Therapie empfehlen zu können.

Hierfür stehen an den NCT-Standorten Dresden und Heidelberg modernste Verfahren zur Verfügung.

Das NCT Dresden fußt auf einer 15-jährigen Expertise im Bereich der Krebsforschung. Es baut auf den Strukturen des Universitäts KrebsCentrums Dresden (UCC) auf, das 2003 als eines der ersten Comprehensive Cancer Center (CCC) in Deutschland gegründet wurde. 2007 wurde das UCC von der Deutschen Krebshilfe e.V. (DKH) als Onkologisches Spitzenzentrum ausgezeichnet. Diese Auszeichnung wurde seither bei jeder Wiederbegutachtung erneuert. 

Zudem profitiert das NCT Dresden von Exzellenzzentren wie dem OncoRay – Nationales Zentrum für Strahlenforschung in der Onkologie und dem Partnerstandort Dresden des Deutschen Konsortiums für Translationale Krebsforschung (DKTK).

In der Hochschulmedizin Dresden arbeiten aktuell mehr als 500 Ärzte, Forscher und weitere Mitarbeiter daran, krebskranke Patienten auf höchstem Niveau zu behandeln und durch Forschungsaktivität die Therapie von Krebserkrankungen weiter zu verbessern. Am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) sind es noch einmal 150 Forscher und Mitarbeiter. Mit dem Aufbau des NCT Dresden ist ein Potential von rund 200 neuen Stellen gegeben.

In Dresden wird seit 2015 ein Partnerstandort des NCT Heidelberg aufgebaut. Im April 2017 wurde Stefanie Speidel als Professorin für „Translationale Chirurgische Onkologie“ ans NCT Dresden berufen. Zwei Professuren auf den Gebieten „Translationale Medizinische Onkologie“ und „Translationale Bildgebung in der Onkologie“ werden in Kürze mit führenden Wissenschaftlern und Ärzten besetzt, zwei weitere Professuren werden folgen. Daneben werden ausgewählte tumorspezifische Profilbereiche ausgebaut sowie eine umfangreiche Infrastruktur für Molekulare Tumordiagnostik, Immun-Monitoring und ein Daten- und Studienzentrum geschaffen.
Bis 2019 entsteht zudem ein NCT-Neubau auf dem Gelände des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden, der Forschern eine weltweit einmalige Verbindung von innovativen OP-Methoden, Bildgebung und Strahlentherapie bieten soll. Außerdem werden Einrichtungen für Patientenstudien zu innovativen Ansätzen in der Medizinischen Onkologie, der Molekularen Tumordiagnostik und eine Reihe spezialisierter Forschungslabore geschaffen.