Forschungsgruppe Genetische Prädisposition

Die Forschungsgruppe „Genetische Prädisposition“ des NCT/UCC beschäftigt sich mit der Identifikation von vererbten Genmutationen, welche zur Krebsentstehung im Kindesalter beitragen. Des Weiteren untersuchen wir, inwiefern genetische Prädisposition und externe Umwelteinflüsse in der Krebsentstehung zusammenwirken.

Grundlage von genetischen Prädispositionen

Aktuelle Studien zeigen einen Einfluss von genetischer Prädisposition an der Entstehung von Krebserkrankungen im Kindesalter in bis zu 10% aller Fälle. Während die mittlerweile häufig angewendete Hochdurchsatzsequenzierung von Keimbahn- und Tumormaterial des erkrankten Kindes großes Potential zur Aufklärung einer genetischen Prädisposition bietet, ist die alleinige Sequenzierung des Patienten nicht ausreichend, um das vollständige Spektrum (z.B. Ursprung, Ätiologie und Penetranz) der Prädisposition zu erfassen. Um dem entgegenzuwirken verwendet unsere Gruppe das neuartige Konzept der TRIO-Sequenzierung, welches neben der Sequenzierung des Kindes auch das Keimbahnmaterial der Eltern in die Analyse mit einschließt. Teilnehmende Familien in welchen auf diesem Wege eine genetische Prädisposition identifiziert wird, werden über die Folgen und Risiken der gefundenen Keimbahnmutation aufgeklärt und haben die Möglichkeit einer weiterführenden genetischen Beratung, Therapieanpassung und gezielte Vorsorge/Überwachung.

Bis dato unbekannte, bei der Analyse gefundene Genveränderungen (variants of unknown significance – VUS) werden von unserer Gruppe unter Verwendung von in-vitro und in-vivo Modellen umfassend im Labor charakterisiert. Diesbezüglich liegt unser Hauptfokus auf der Aufklärung von polygen vererbten Prädispositionen in kindlichen Leukämien und der Interaktion zwischen genetischer Leukämieprädisposition und der Exposition gegenüber Infektionen als externer Umweltfaktor. Um speziell dieses Zusammenspiel besser zu verstehen verwenden wir einen neuartigen Ansatz, welcher sich von der klassischen Analyse eines Mausmodells in keimfreien Haltungsbedingungen (SPF) wegbewegt und gegensätzlich hierzu die Mäuse, welche eine genetische Prädisposition zur Leukämieentstehung tragen, im Umfeld einer konventionellen Tierhaltung (Anwesenheit allgemeiner Krankheitserreger) untersucht.

Methodenspektrum

  • TRIO-Sequenzierung der Eltern und des krebserkrankten Kindes
  • Analyse der TRIO-Sequenzierung zur Identifizierung von bekannten Krebsprädispositionen sowie neugefundenen Genveränderungen (VUS)
  • Transfektion, Transduktion, Knockdown und Überexpression im Zellsystem
  • Techniken basierend auf CRISPR-Cas9
  • Proteinbiochemische Methoden (Western Blot, Immunpräzipitation, Reportergen-Assays)
  • Sequenzierungsmethoden (NGS, Sanger-Sequenzierung, Deep-Sequencing) (in Kooperation)
  • Transgene Mausmodelle

Prof. Dr. Julia Hauer
Gruppenleitung
Tel.: +49 (0)351 458 3522
E-Mail: Julia.Hauer(at)uniklinikum-dresden.de

Carolin Melzig
Technische Assitenz
E-Mail: carolin.melzig(at)nct-dresden.de

Dr. Franziska Auer
Post-Doc
Tel.: +49 (0)351 4179
E-Mail: Franziska.Auer(at)uniklinikum-dresden.de

Rajanya Ghosh
PhD Student
E-Mail: rajanya.ghosh(at)nct-dresden.de