Individualisierte Behandlung von Magenkrebs
Unter einer FLOT-Therapie zeigt etwa ein Drittel der Patientinnen und Patienten ein gutes Ansprechen. Das bedeutet jedoch auch, dass rund zwei Drittel nur begrenzt von der Behandlung profitieren, gleichzeitig aber den Nebenwirkungen der eingesetzten Medikamente ausgesetzt sind.
Durch die Kombination der Chemotherapie mit modernen Immuntherapien konnte das Risiko für einen Rückfall weiter gesenkt werden. Deshalb gilt die Kombination aus FLOT und einem Immuncheckpoint-Inhibitor inzwischen als neuer Behandlungsstandard. Dennoch spricht auch auf diese Therapie nur ein Teil der Patientinnen und Patienten besonders gut an. Bisher gibt es keine etablierte Methode, um die Behandlung zuverlässig an die individuellen biologischen Eigenschaften eines Tumors anzupassen.
Organoide als Grundlage für personalisierte Therapien
Organoide sind eine moderne Zellkulturtechnologie. Dabei werden Stammzellen oder Tumorzellen außerhalb des Körpers so kultiviert, dass sie kleine, dreidimensionale Gewebestrukturen bilden, die dem ursprünglichen Organ oder Tumor ähneln.
Inzwischen können solche sogenannten patientenabgeleiteten Organoide (PDOs) direkt aus Tumorgewebe von Patientinnen und Patienten hergestellt werden. Aus vielen dieser Organoide wurden Biobanken aufgebaut, die umfangreiche Tests verschiedener Medikamente ermöglichen.
Forschungsgruppen, darunter die Arbeitsgruppe von Prof. Stange am Universitätsklinikum Dresden, haben eine umfangreiche Organoid-Biobank für Magenkrebs entwickelt, die die Vielfalt dieser Erkrankung gut abbildet. Ergebnisse der OPPOSITE-Studie zeigen, dass sich mithilfe solcher Magenkrebs-Organoide vorhersagen lässt, ob ein Tumor wahrscheinlich auf eine FLOT-Therapie ansprechen wird. Diese Technologie könnte künftig dazu beitragen, für einzelne Patientinnen und Patienten die wirksamste Behandlung auszuwählen und unnötige Nebenwirkungen zu vermeiden.