SPIZ steht für „Sektorenübergreifende Versorgung von Patient:innen mit hämatologischen Erkrankungen nach innovativer Zelltherapie“. Dieses Projekt richtet sich an Patient:innen, die an Erkrankungen wie Leukämien oder Lymphomen leiden und eine allogene Stamm-zelltransplantation oder eine CAR-T-Zelltherapie erhalten haben.
In den letzten Jahrzehnten haben sich diese Zelltherapien enorm weiterentwickelt und ermöglichen so vielen Patient:innen eine Heilung. Allerdings können diese Therapien erhebliche, manchmal lebensbedrohliche Komplikationen verursachen, die in der ambulanten Nachsorge potentiell zu spät erkannt werden. Wenn man diese Komplikationen früher erkennen würde, könnte man rechtzeitig therapeutisch eingreifen und so schwere Krankheitsverläufe sowie Krankenhausaufenthalte vermeiden.
Deshalb haben sich die Universitätsklinika Dresden und Leipzig sowie das Klinikum Chemnitz zusammengeschlossen, um ein innovatives Nachsorgekonzept zu entwickeln – das SPIZ-Projekt. Unterstützt wird dieses Projekt von der AOK PLUS, Sachsens größter gesetzlicher Krankenkasse, und dem Verein zur Qualitätssicherung in der hämatologischen Diagnostik (QHD e.V.), einem Verband engagierter niedergelassener Hämato-Onkolog:innen.
Das Ziel von SPIZ ist es, den Patient:innen eine intensivere, strukturierte und digital unterstützte Nachsorge anzubieten. Durch den Einsatz von spezialisierten Pflegekräften, die Zusammenarbeit mit niedergelassenen Fachärzt:innen, eine speziell entwickelte Nachsorge-App sowie Hausbesuche und Videosprechstunden mit Ärzt:innen, Psychoonkolog:innen und Sozialarbeiter:innen sollen Komplikationen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Dadurch können Fahrtkosten und Wartezeiten reduziert, die Lebensqualität der Betroffenen gesteigert und stationäre Aufenthalte sowie die Rate an schweren Nebenwirkungen gesenkt werden.
SPIZ Case-Management Zentrum Chemnitz E-Mail: spiz(at)skc.de Telefon: +49(0)371 333 44621
(c) TU Dresden
Projektleitung
Dr. med. Jan Moritz Midekke Projektleitung und Konsortialführung Geschäftsführender Oberarzt, Medizinischen Klinik I, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Dr. med. Vladan Vucinic Projektleitung Oberarzt, Klinik und Poliklinik für Hämatologie, Zelltherapie, Hämostaseologie und Infektiologie Universitätsklinikum Leipzig
Prof. Dr. med. habil. Mathias Hänel Projektleitung Chefarzt, Klinik für Innere Medizin III Klinikum Chemnitz
Das SPIZ-Pflegeteam
Das Video vermittelt einen Eindruck von den Angeboten des SPIZ-Pflegeteams in den einzelnen Zentren.
Die Medizinische Fakultät der Universität Leipzig gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Leipzig
Die Medizinische Klinik I für Hämatologie und Zelltherapie, Hämostaseologie und Infektiologie des Universitätsklinikums Leipzig beteiligt sich als eines der beiden führenden universitären Zentren für Zelltherapie in Sachsen an der Erprobung des innovativen SPIZ-Interventionspfades zur Nachsorge nach allogener Stammzelltransplantation und CAR-T-Zelltherapie. Mit der Betreuung von 84 eingeschlossenen Patientinnen und Patienten – darunter 43 im neuen Interventionspfad unter der Leitung von Oberarzt PD Dr. med. Vladan Vucinic – leistet das Zentrum einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Verbesserung der Versorgung dieser besonders vulnerablen Gruppe von Patientinnen und Patienten.
Das Städtische Klinikum Chemnitz
Die Klinik für Innere Medizin III | Hämatologie, Onkologie und Zelltherapie des Klinikums Chemnitz zählt zu den größten hämatologisch-onkologischen Behandlungszentren in Deutschland. Unter der Leitung von Prof. Dr. med. Mathias Hänel wird auch hier der innovative SPIZ-Interventionspfad angeboten. Insgesamt 32 Patientinnen und Patienten haben in die Studienteilnahme eingewilligt, darunter 17, die im neuen Versorgungsarm betreut werden.
Der Verein QHD e.V. (Qualitätssicherung in der hämatologischen Diagnostik)
Der Verein QHD e.V. (Qualitätssicherung in der Hämatologie) gründete 2019 ein Netzwerk zur engen Zusammenarbeit von Hämatologen und niedergelassenen Ärzten in Sachsen und Brandenburg. PD Dr. med. Thomas Illmer und Dominika Adler koordinieren im Rahmen des SPIZ-Projekts Fallkonferenzen, vernetzen Ärzte mit Universitätskliniken in Dresden, Leipzig und Chemnitz und optimieren gemeinsam die Nachsorge komplexer Patientenfälle für eine bestmögliche Versorgung.
AOK PLUS – Die Gesundheitskasse
SPIZ-Beraterin der AOK PLUS: Alice Ernst (Fachberaterin Gestaltung Gesundheitsnetzwerke)
Die AOK PLUS engagiert sich für innovative Versorgungsformen im Gesundheitswesen und begleitet seit dem 1. August 2023 das Projekt „SPIZ“. Die AOK PLUS ist überzeugt, dass SPIZ durch eine intensive Nachbetreuung und ein interdisziplinäres Versorgungsnetzwerk die Selbstständigkeit und Sicherheit von Patientinnen und Patienten stärkt und so zu einem erfolgreichen Behandlungsergebnis beitragen kann.
Teilnehmende Praxis mit Schwerpunkt Hämatologie/Onkologie