veröffentlicht am: 18.09.2026
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: Wissenschaftlerin Helena Jambor erhält Deutschen Preis für Patientensicherheit 2026
Mit dem Deutschen Preis für Patientensicherheit zeichnet das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) jährlich herausragende Projekte und wissenschaftliche Arbeiten aus, die sich mit besonderen Ideen und Projekten für die Verbesserung der Patientensicherheit einsetzen. Die Preisverleihung erfolgt am 17. September in Berlin anlässlich der Veranstaltungen zum Welttag für Patientensicherheit. Den 1. Preis erhält in diesem Jahr Dr. Helena Jambor, Biologin und Datenwissenschaftlerin an der Universität für Angewandte Wissenschaften Graubünden in Chur und der Medizinischen Fakultät der TU Dresden mit dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT/UCC) Dresden, für ihre Studie zum Einsatz visueller Hilfen in der onkologischen Versorgung.
Dank zahlreicher Forschungen verbessern sich Behandlungen und Prognosen bei vielen Krebserkrankungen kontinuierlich. Das ändert jedoch nichts daran, dass die Behandlungen in der Regel komplex und langwierig sind. Die traditionell genutzten, textbasierten Ausführungen zu Behandlungsmethoden und -verlauf bei Krebserkrankungen können für die Betroffenen schwer verständlich sein. Insbesondere älteren Patientinnen und Patienten oder Nicht-Muttersprachlern fällt es schwer, die vorgeschlagenen Therapieformen zu verstehen und daraufhin informierte Entscheidungen zu treffen.
Um die Kommunikation zwischen Ärztinnen und Ärzten sowie Betroffenen zu verbessern, haben Dr. Helena Jambor, Prof. Martin Bornhäuser, Direktor des Universitäts KrebsCentrums (UCC) und der Medizinischen Klinik I am Universitätsklinikum Dresden, und Prof. Sebastian Pannasch, Ingenieurpsychologe an der Technischen Universität Dresden (TUD) in Zusammenarbeit mit weiteren Kolleginnen und Kollegen visuelle Hilfen zum Verständnis von Behandlungsplänen entwickelt.
Eine gemeinsam mit dem Patientenbeirat des NCT/UCC Dresden dazu durchgeführte Studie ergab, dass die visuellen Hilfen nachvollziehbar sind sowie Verständnis und Sicherheit bei der Behandlung erhöhen. „In der klinischen Erprobung zeigten die Patientinnen und Patienten, dass sie die Behandlungspläne deutlich besser verstehen und nachvollziehen können“, erklärt Helena Jambor. „Ihre Zufriedenheit stieg aufgrund der Informationen deutlich – eine Einschätzung, die auch von den betreuenden Ärztinnen und Ärzten bestätigt wurde.“
Eine davon ist Oberärztin Dr. Karolin Trautmann-Grill. Sie setzt die visuellen Behandlungspläne regelmäßig in ihren Sprechstunden ein: „Das medizinische Personal strukturiert mit Hilfe des Plans die Aufklärungsgespräche. Die Patientinnen und Patienten nutzen ihn wiederum, um sich Notizen zu machen und später zu Hause weitere Fragen zu formulieren. In Summe machen die visuellen Behandlungspläne das Arzt-Patientengespräch deutlich einfacher, effizienter und vor allem für die Patientinnen und Patienten verständlicher.“
„Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung. Sie bestätigt einen Ansatz, den ich auch in meiner übrigen Forschung verfolge: Entscheidend ist, dass Daten und Informationen so aufbereitet werden, dass sie für alle verständlich sind. Das gilt für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, für Ärztinnen und Ärzte und vor allem für die Patientinnen und Patienten selbst. Visuelle Hilfen sind dafür ein Schlüssel und der Preis motiviert uns, diesen Weg konsequent weiterzugehen“, sagt Helena Jambor.
Hintergrund Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V. (APS)
Das Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V. wurde 2005 von Vertreter:innen der Gesundheitsberufe, ihrer Verbände, Patientenorganisationen sowie Industrie und Wirtschaft gegründet, um eine gemeinsame Plattform zur Verbesserung der Patientensicherheit in Deutschland aufzubauen. Der gemeinnützige Verein setzt sich für eine sichere Gesundheitsversorgung ein und widmet sich der Erforschung, Entwicklung und Verbreitung dazu geeigneter Methoden. Beteiligt sind Vertreter:innen der Gesundheitsberufe, ihrer Verbände, der Patientenorganisationen sowie aus Industrie und Wirtschaft haben sich im Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V..
Informationen zum Verein: https://www.aps-ev.de/
Preisträger:innen 2026 im Überblick: https://www.aps-ev.de/awards/deutscher-preis-fuer-patientensicherheit/
Kontakt:
Anne-Stephanie Vetter
Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus
der Technischen Universität Dresden
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT/UCC) Dresden
Tel.: +49 (0) 351 458 17903
anne-stephanie.vetter@tu-dresden.de