veröffentlicht am: 04.09.2026
Hochschulmedizin präsentiert Medizin der Zukunft beim Offenen Regierungsviertel
Die Hochschulmedizin Dresden präsentiert sich zum Tag des Offenen Regierungsviertels am 6. September in Dresden. Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, die Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden, das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT/UCC) Dresden sowie das Else Kröner Fresenius Zentrum (EKFZ) für Digitale Gesundheit zeigen gemeinsam Facetten der Medizin der Zukunft, die bereits heute Lehre, Forschung und Patientenversorgung prägen. Dafür präsentieren sich die vier Einrichtungen im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus, das unter dem Motto „Medizin der Zukunft“ seine Türen öffnet.
„Als Maximalversorger in der Region und Universitätsklinikum ist es uns ein besonderes Anliegen, die Weichen einer modernen Medizin der Zukunft mit zu stellen. Wir sind bereits jetzt oftmals Vorreiter mit zukunftsgewandten Ideen und Projekten, die maßgeblich die Versorgung von Patientinnen und Patienten bestimmen und verbessern. Das wollen wir gern zeigen“, sagt Prof. Uwe Platzbecker, Medizinischer Vorstand am Universitätsklinikum Dresden.
„Zukunftsgewandte Ideen in der Krankenversorgung entstehen im engen Austausch mit der Forschung und einer modernen Lehre. An der Hochschulmedizin Dresden zeigen wir täglich, wie schneller Forschungstransfer der Versorgung zugutekommt und wie innovative Lehrformate Studierende darauf vorbereiten, die Medizin von morgen aktiv mitzugestalten“, sagt Prof. Esther Troost, Dekanin der Medizinischen Fakultät der TU Dresden.
Medizin der Zukunft – das Thema des Wissenschaftsjahres 2026 – wird bereits in der der Patientenversorgung sowie zahlreichen Lehr- und Forschungsprojekten auf der Hochschulmedizin Dresden umgesetzt und gelebt. Dazu zählen die Nutzung von Künstlicher Intelligenz für Diagnostik und Therapieentscheidungen genauso wie der Einsatz von Robotik bei Operationen. Diese Vielfalt der Medizin der Zukunft präsentieren vier Akteure der Hochschulmedizin Dresden beim diesjährigen Offenen Regierungsviertel in Sachsen. Am Gemeinschaftsstand im Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus können sich Besuchende vielfältig informieren.
Gesundes Altern in Medizin und Pflege
Sachsen zählt als ältestes Bundesland. Der Anteil älterer Patientinnen und Patienten steigt kontinuierlich. In Zukunft geht es bei der Versorgung nicht mehr nur um Diagnostik und Therapie von altersbedingten physischen und psychischen Erkrankungen. Die Medizinerinnen und Mediziner haben auch präventive Ansätze im Blick. Dabei steht ein möglichst langes selbstbestimmtes Leben im Mittelpunkt. Diesem Thema nehmen sich die Direktion Krankenpflege sowie das UniversitätsCentrum für Gesundes Altern am Universitätsklinikum Dresden an. Sie stellen Ansätze für eine moderne Altersmedizin und innovative Pflege für eine älter werdende Gesellschaft vor. Mit einem Alterssimulationsanzug können die Besuchenden selbst erfahren, wie sich körperliche Einschränkungen im Alter anfühlen. Außerdem informieren die Expertinnen und Experten darüber, welche Herausforderungen daraus in der medizinischen und pflegerischen Versorgung entstehen. Neben der Altersmedizin stehen auch innovative Pflegekonzepte für Angehörige sowie die Themen Delir im Krankenhaus und Mangelernährung im Alltag im Fokus.
Digitale Technologien in der Medizin
Der Einsatz von digitalen Tools und Künstlicher Intelligenz in der Medizin sind Inhalt vielfältiger Forschungsprojekte am Else Kröner Fresenius Zentrum (EKFZ) für Digitale Gesundheit. Eines wird beim Offenen Regierungsviertel vorgestellt. Das Forschungsteam untersucht den Einsatz von Virtueller Realität in der Angsttherapie. In realitätsnahen virtuellen Szenarien, zum Beispiel zur Indikation Höhenangst, können sich Betroffene gemeinsam mit Therapeutinnen und Therapeuten schrittweise und sicher ihren Ängsten stellen. Vor Ort können Besuchende die virtuelle Umgebung selbst ausprobieren und erfahren, wie solche Ansätze in der Forschung untersucht und weiterentwickelt werden.
KI und Robotik im OP-Saal
In den OP-Sälen am Universitätsklinikum sind aktuell drei OP-Roboter im Einsatz. Ein vierter steht im so genannten Experimental-OP-Saal des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT/UCC) Dresden. Prof. Stefanie Speidel und ihr Team forschen hier im Bereich der computer- und robotergestützten Chirurgie sowie deren Translation in die klinische Anwendung an der Schnittstelle von Informatik bzw. Ingenieurwissenschaften und Medizin. Ziel ist es, mit Hilfe von KI, Robotik und Sensorik chirurgische Fähigkeiten und Expertise zu quantifizieren und durch intelligente Assistenzsysteme gezielt zu unterstützen und zu erweitern. Am Stand können Besuchende ein KI-basiertes chirurgisches Trainingssystem ausprobieren, das die chirurgischen Fähigkeiten ähnlich wie bei realen intraoperativen Eingriffen bewertet. Diese Forschung wird durch das länderübergreifende Pilotprojekt „Next Generation AI Computing (gAIn) der Bundesländer Sachsen und Bayern finanziert.
Medizin der Zukunft lehren
Wie lernen angehende Ärztinnen und Ärzte chirurgische Fertigkeiten? Im Medizinischen Interprofessionellen Trainingszentrum (MITZ) der Medizinischen Fakultät der TUD können Studierende diese und weitere medizinische Kernkompetenzen praxisnah und in geschützter Umgebung trainieren. Die Nahtlehre wird dabei kontinuierlich weiterentwickelt: Neben klassischen Nahtpads kommen heutzutage KI-gestützte Prototypen und die Live-Übertragung der Nahtführung über eine Dokumentenkamera zum Einsatz. Am 6. September können die Besucherinnen und Besucher ihr Fingerspitzengefühl testen und das chirurgische Nähen an unterschiedlichen Materialien ausprobieren.
Zukunft der Medizin im Offenen Regierungsviertel
6. September 2026, 10 – 17 Uhr, Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus, Wigardstraße 17, 01097 Dresden
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