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Neuer Therapieansatz verbessert Heilungschancen bei fortgeschrittenem Blasenkrebs
Tumorzellen. KI-generiert.

veröffentlich am: 26.05.2026

Neuer Therapieansatz verbessert Heilungschancen bei fortgeschrittenem Blasenkrebs

Internationale Studie zeigt deutliche Vorteile einer Kombination aus zielgerichteter Therapie und Immuntherapie gegenüber der bisherigen Standard-Chemotherapie.

Muskelinvasiver Blasenkrebs ist eine fortgeschrittene Form des Blasenkarzinoms, bei der der Tumor in die Muskelschicht der Blasenwand eingewachsen ist. Im Gegensatz zu oberflächlichen Tumoren ist das Risiko für Metastasen höher, weshalb meist eine radikale Entfernung der Blase (Zystektomie) als Hauptbehandlung notwendig ist.

Eine neue internationale Studie unter Mitwirkung der Dresdner Hochschulmedizin zeigt vielversprechende Fortschritte in der Behandlung des muskelinvasiven Blasenkrebses. Bisher galt eine Chemotherapie mit Cisplatin und Gemcitabin vor der operativen Entfernung der Harnblase als Standard. In der KEYNOTE-B15-Studie mit 808 Patientinnen und Patienten wurde diese Behandlung mit einer Kombination aus dem zielgerichteten Wirkstoff Enfortumab Vedotin und der Immuntherapie Pembrolizumab verglichen. Das Ergebnis: In der neuen Therapiegruppe war bei deutlich mehr Betroffenen nach der Operation kein Tumor mehr nachweisbar (55,8 Prozent gegenüber 32,5 Prozent). Die Patient:innen der Therapiegruppe lebten länger ohne Rückfall. Insgesamt erhöhte sich zudem ihr Langzeitüberleben. Während unter der neuen Kombination häufiger Hautreaktionen und Nervenschädigungen auftraten, waren klassische Nebenwirkungen der Chemotherapie wie ein Mangel an weißen Blutkörperchen seltener.

„Die nahezu verdoppelte Rate kompletter Tumorrückbildungen ist ein sehr starkes Signal dafür, dass wir die Behandlung von muskelinvasivem Blasenkrebses grundlegend verbessern können“, fasst Privatdozentin Dr. Katharina Böhm, Oberärztin der Klinik für Urologie am Universitätsklinikum Dresden und stellvertretende Leiterin des Uroonkologischen Zentrums zusammen.

Für die urologische Onkologie deutet sich damit ein Paradigmenwechsel an: Weg von der alleinigen Chemotherapie hin zu kombinierten, zielgerichteten und immunbasierten Therapien bereits in einem frühen Krankheitsstadium. Angesichts von weltweit über einer halben Million Neuerkrankungen pro Jahr und einer deutlich höheren Betroffenheit von Männern hat dies auch große gesellschaftliche Relevanz. Gleichzeitig unterstreicht die Studie die Notwendigkeit einer engmaschigen, interdisziplinären Betreuung, um Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Das Uroonkologische Zentrum am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT/UCC) Dresden war als sogenannter „High Recruiter“ mit 15 eingeschlossenen Patientinnen und Patienten maßgeblich an der Studie beteiligt. Sponsor der Studie ist Merck Sharp & Dohme (MSD) in Kooperation mit Astellas und Pfizer, die den Wirkstoff Enfortumab Vedotin in Kombination mit Pembrolizumab gemeinsam entwickeln.

Die Studie: Neoadjuvant and adjuvant enfortumab vedotin (EV) plus pembrolizumab (pembro) for participants with muscle-invasive bladder cancer (MIBC) who are eligible for cisplatin: Randomized, open-label, phase 3 KEYNOTE-B15 study. https://ascopubs.org/doi/10.1200/JCO.2026.44.7_suppl.LBA630
Authors: Matthew D. Galsky, Begoña P. Valderrama, Marco Maruzzo, Albert Font Pous, Tudor-Eliade Ciuleanu, Jonathan Alexander Chatzkel, Takuya Koie, Christopher J. Hoimes, Javier Puente, Yousef Zakharia, Eli Rosenbaum, Katharina Boehm, Yohann Loriot, Jens Bedke, Heidi Wirtz, Mike Mihm, Qinlei Huang, Josh Rogiers, Blanca Homet Moreno, and Alfonso Gomez De Liaño Lista

Wissenschaftlicher Kontakt:
PD Dr. med. Katharina Böhm
Oberärztin der Klinik und Poliklinik für Urologie, FEBU
katharina.boehm@ukdd.de

Kontakt für die Medien:
Anne-Stephanie Vetter
Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus 
der Technischen Universität Dresden
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT/UCC) Dresden
Tel.: +49 (0) 351 458 17903
anne-stephanie.vetter@tu-dresden.de