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Präzisere Sarkomtherapie: Dresdner Forschungsteam entwickelt bildgestützte molekulare Therapie
Bestimmte Sarkomzellen können das Protein FAP auf ihrer Oberfläche tragen. Mit speziellen FAPi-Sonden lassen sich diese Zellen sichtbar markieren, weil die Sonde gezielt an FAP bindet. Zur besseren Orientierung wurden zusätzlich die Zellkerne und Zellmembranen mit üblichen Farbstoffen angefärbt.

veröffentlich am: 16.07.2026

Präzisere Sarkomtherapie: Dresdner Forschungsteam entwickelt bildgestützte molekulare Therapie

Eine der zentralen Herausforderungen der modernen Krebstherapie ist die möglichst vollständige Entfernung selbst kleinster Tumorreste während der Behandlung. Je nach Tumorentität kommen hierfür unterschiedliche Ansätze zum Einsatz. Für die Behandlung von Sarkomen verfolgt die Forschungsgruppe um Prof. Oliver Bruns am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT/UCC) Dresden einen neuartigen Weg: Mithilfe eines speziellen Kontrastmittels und moderner Infrarotbildgebung sollen verbliebene Tumorzellen während der Operation sichtbar gemacht und entfernt werden. Ist dies nicht möglich, kommt in einem zweiten Schritt eine molekular gezielte Alpha-Strahlentherapie zum Einsatz. Für diese Forschung erhält das Team eine programmorientierte Förderung in Höhe von 900.000 Euro aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds der Helmholtz-Gemeinschaft.

Der Juli ist internationaler Aktionsmonat für Sarkome und lenkt die Aufmerksamkeit auf diese seltene Tumorerkrankung. Unter dem Begriff Sarkom werden bösartige Tumoren von Weichteilen und Knochen zusammengefasst, die aufgrund ihrer Vielfalt eine hochspezialisierte Diagnostik und Therapie erfordern. Da sie als eine seltene Erkrankung gelten, ist die Behandlung an spezialisierten Zentren wie dem Dresdner Sarkomzentrum am NCT/UCC Dresden von besonderer Bedeutung.

Bei Sarkomen ist es während einer Operation oft schwierig, alle Tumorzellen sicher zu erkennen und vollständig zu entfernen. Das Projekt „Fibroblast Activation Protein (FAP)-Targeted Probes for Image-Guided Resection and Adjuvant Therapy of Sarcoma – A Bimodal Strategy (FOCUS)“ unter der Leitung von Oliver Bruns, Professor für Funktionelle Bildgebung in der Operativen Onkologie am NCT/UCC Dresden, verfolgt daher einen innovativen Ansatz: Krebszellen sollen mithilfe eines spezifischen optischen Tracers sichtbar gemacht werden. In der Entwicklung arbeitet das Team dafür eng mit Partnern aus der Helmholtz-Gemeinschaft zusammen, darunter Prof. Matthias Miederer, ebenfalls Professor am NCT/UCC Dresden und Leiter der Forschungsgruppe für Translationale Bildgebung in der Onkologie, Prof. Oliver Plettenburg von Helmholtz Munich sowie Dr. Sven Stadlbauer vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf, die beide als Medizinal- bzw. Radiochemiker die Kontrastmittel herstellen.

Durch eine moderne Infrarotbildgebung sollen selbst kleinste Tumorreste und einzelne Krebszellen zuverlässig erkannt werden. Im nächsten Schritt ist vorgesehen, die verbliebenen Krebszellen mittels einer Alpha-Strahlentherapie zu zerstören. Ziel ist es, Rückfälle zu verhindern, Behandlungsverläufe zu verkürzen und die Heilungschancen von Patientinnen und Patienten zu verbessern.

„Durch diese Kombination aus hochsensitiver Bildgebung und zielgerichteter Therapie könnte die Behandlung von Sarkomen deutlich präziser werden“, sagt Prof. Oliver Bruns. „Langfristig besteht das Potenzial, Rückfälle zu reduzieren und die Behandlungsergebnisse nachhaltig zu verbessern.“

Um Patientinnen und Patienten mit Sarkomen bestmöglich zu versorgen, bündelt das Sarkomzentrum am NCT/UCC Dresden spezialisierte Expertise und Infrastruktur. Das 2016 gegründete Zentrum ist Teil des Universitäts KrebsCentrums am NCT/UCC Dresden, das seit 2007 von der Deutschen Krebshilfe als Onkologisches Spitzenzentrum gefördert wird.

Aus Sicht der Leitung des Sarkomzentrums am NCT/UCC Dresden sind solche Forschungsansätze dringend notwendig: „Sarkome erfordern aufgrund ihrer Seltenheit und biologischen Vielfalt eine hochspezialisierte, interdisziplinäre Behandlung. In unserem Zentrum bündeln wir Expertise aus Chirurgie, Onkologie, Radiologie, Pathologie und weiteren Fachbereichen, um für jede Patientin und jeden Patienten eine individuell optimale Therapie zu entwickeln“, sagt Prof. Jürgen Weitz. „Forschung zu neuen Behandlungsansätzen wie die Kombination aus präziser Bildgebung und zielgerichteter Alpha-Therapie unterstützen wir daher sehr gern, wenn dies in der Zukunft bessere Therapien für unsere Patientinnen und Patienten ermöglicht“, ergänzt Prof. Klaus Schaser.

Wissenschaftlicher Kontakt:
Prof. Oliver Bruns
Funktionelle Bildgebung in der Operativen Onkologie
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT/UCC) Dresden
oliver.bruns@nct-dresden.de