veröffentlich am: 13.07.2026
Telemedizin in der Kinderonkologie: Randomisierte Studie belegt Sicherheit in Phasen intensiver Chemotherapien
Telemedizinische Ansätze sind auch in der kinderonkologischen Intensivtherapie sicher und können betroffene Familien spürbar entlasten. Das zeigen Ergebnisse der vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) geförderten Studie KULT-SH, die vor kurzem im Fachjournal JCO Oncology Practice veröffentlicht worden sind.
Die von Prof. Denis Schewe, jetzt Leiter des Kinderonkologischen Zentrums am NCT/UCC Dresden, initiierte und über mehrere Jahre am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) durchgeführte randomisierte kontrollierte Studie belegt, dass der Ersatz von Vor-Ort-Besuchen im Krankenhaus durch telemedizinisch durchgeführte Visiten nicht mit einer erhöhten Komplikationsrate verbunden ist, selbst bei sehr vulnerablen Kindern und Jugendlichen, die intensive Chemotherapien bekommen.
Ganz im Gegenteil belegen die Daten einen deutlichen praktischen Nutzen von Telemedizin in der Kinderonkologie: Bei 55 in die Studie eingeschlossenen Kindern konnten insgesamt 337 Krankenhausbesuche und rund 42.000 Fahrtkilometer eingespart werden. Für die betroffenen Familien bedeutet dies eine erhebliche zeitliche Entlastung sowie mehr Freiräume im Alltag, insbesondere auch für Geschwisterkinder und die eigene Berufstätigkeit. Insgesamt kann die ohnehin sehr belastende Therapiephase durch eine telemedizinische Betreuung spürbar erleichtert und das Familiensystem stabilisiert werden.
Die KULT-SH-Studie bildet damit auch eine wichtige Grundlage für weiterführende Forschungsprojekte in Dresden: https://www.uniklinikum-dresden.de/de/das-klinikum/universitaetscentren/kinderonkologisches-zentrum/forschung/versorgungsforschung.
Dazu gehören:
- die Studie „TelKo-Hem-DD“ zur Telemedizin mit Heimblutbildmessung, gefördert über das UKDD sowie Mittel der Stiftung Hochschulmedizin
- das Projekt „Ped-Onko-SAX“ zum Aufbau einer digitalen Versorgungsplattform für krebskranke Kinder in Sachsen, gefördert im Rahmen des EFRE-Programms „Innovative Ansätze im Bereich der Gesundheits- und Pflegewirtschaft“
- sowie das ebenfalls durch den G-BA in der Konzeptentwicklungsphase unterstützte Projekt „KOMNET-SAX – KinderOnkologisches Mobiles Netzwerk“, ein innovatives Modell zur wohnortnahen Versorgung
Die Studie “Safety of Telemedicine Follow-Up Visits in Children With Cancer Undergoing Intensive Chemotherapy: Results From the Randomized KULT-SH Trial”: https://ascopubs.org/doi/10.1200/OP-25-01303
Wissenschaftlicher Kontakt:
Prof. Denis Schewe
Professor für Kinder- und Jugendmedizin,
Schwerpunkt Pädiatrische Hämatologie und Onkologie
Leiter des Kinderonkologischen Zentrums,
Bereichsleitung Pädiatrische Hämatologie und Onkologie
kinderonkologie@ukdd.de
Kinderonkologisches Zentrum: www.ukdd.de/kio