veröffentlich am: 02.07.2026
Kolumne zur Datenvisualisierung: Dr. Helena Jambor übernimmt die neu aufgelegte „Point of View“-Reihe in Nature Methods
Der Wissenschaftlerin Dr. Helena Jambor, Molekularbiologin an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Graubünden in Chur und der Medizinischen Fakultät der TU Dresden mit dem NCT/UCC Dresden, wird seit kurzem eine besondere Ehre zuteil. In der monatlich erscheinenden Fachzeitschrift „Nature Methods“ veröffentlicht sie von Juni an eine regelmäßige Kolumne zum Thema Datenvisualisierung in den Lebenswissenschaften unter der Überschrift „Point of View“.
Die Kolumne lief bereits von 2010 bis 2016 und wurde nun mit dem erklärten Ziel, den Leserinnen und Lesern zeitgemäße praxisnahe Empfehlungen zur Visualisierung wissenschaftlicher Daten an die Hand zu geben, neu aufgelegt. Helena Jambor wurde aufgrund ihrer international anerkannten Expertise für Data Science und Datenvisualisierung als Kolumnistin ausgewählt, um gemeinsam mit Ko-Autorinnen und -Autoren diese Entwicklungen einem breiten Fachpublikum nahe zu bringen.
Denn natürlich hat sich auch die Welt der Datenvisualisierung im vergangenen Jahrzehnt weitergedreht. Es gibt eine Vielzahl neuer Technologien und Werkzeuge, die neue Ansätze erforderlich machen. Nach Jambors Einschätzung sind die Risiken ungeeigneter Visualisierungsentscheidungen vielfältig: Strukturen können verdeckt, Effekte überbetont und Unsicherheiten verschleiert werden. „Reproduzierbarkeit wird oft im Zusammenhang mit Codeverfügbarkeit, statistischer Strenge und Datenzugang diskutiert“, erläutert sie. „Angesichts ihrer zentralen Rolle sollten aber auch ihre Visualisierung und Abbildungen ein wichtiger Teil der Diskussion sein.“
So werden Farbskalen in der modernen Medizin nahezu überall eingesetzt. In der Radiologie um Gewebeeigenschaften oder Stoffwechselaktivität sichtbar zu machen; in der Kardiologie zur Darstellung von Blutfluss oder blockierten Arterien. In der Onkologie zeigen Farben durch die Sichtbarmachung von Zellpopulationen an, ob es nach einer Therapie noch Hinweise auf eine minimale Resterkrankung gibt.
In all diesen Anwendungen beeinflussen Farben direkt die Interpretation der Daten und können damit medizinische Entscheidungen über Behandlung oder Nichtbehandlung mitbestimmen. Dies ist auch durch Studien belegt: In einer wegweisenden Untersuchung konnten Ärztinnen und Ärzte klinisch relevante Bereiche genauer und effizienter identifizieren, wenn sogenannte perzeptuell geeignete Farbskalen statt traditioneller Regenbogen-Farbskalen verwendet wurden. Bei diesen Farbpaletten nimmt die wahrgenommene Helligkeit gleichmäßig und monoton mit den Datenwerten zu oder ab, sodass gleiche Datenabstände auch ähnlich große visuelle Unterschiede erzeugen. Das Auge wird nicht durch abrupte Farbübergänge oder künstliche Kontraste in die Irre geführt, sondern kann Strukturen und Trends möglichst korrekt erkennen. Gerade in medizinischen Anwendungen ist dies entscheidend, da bessere Farbskalen Ärztinnen und Ärzten helfen, krankheitsrelevante Merkmale zuverlässiger zu erkennen.
In ihrer ersten „Point-of-View“-Kolumne gibt Helena Jambor eine kurze Einführung in das Thema Farbskalen und beschreibt, wie viridis als Alternative zu den weit verbreiteten Regenbogenfarben entstand.
Zum Artikel: https://rdcu.be/fnPhk
Kontakt:
Anne-Stephanie Vetter
Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus
der Technischen Universität Dresden
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT/UCC) Dresden
Tel.: +49 (0) 351 458 17903
anne-stephanie.vetter@tu-dresden.de