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Warum erkranken Frauen und Männer unterschiedlich an Darmkrebs – und was bedeutet das für zukünftige Therapien?
Morphologische Darstellung eines etablierten 3D-Darmkrebsmodells aus der Studie. Dargestellt sind die Zellkerne (in blau), das Zellgerüst (grün), und Marker der Darmkrebszellen (rot).

Warum erkranken Frauen und Männer unterschiedlich an Darmkrebs – und was bedeutet das für zukünftige Therapien?

Dr. Alexander Wurm und sein Team am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT/UCC) Dresden gehen dieser Frage im Forschungsprojekt CRC EXPOSED nach, gefördert von der Deutschen Krebshilfe mit 306.700 Euro. Im Fokus stehen molekulare Unterschiede, die bestimmen, wie sich Darmkrebs bei Frauen und Männern unterschiedlich entwickelt und wie Tumoren individuell auf Therapien reagieren.

„Wir schalten gezielt einzelne Gene in Darmkrebsmodellen aus, um zu sehen, wie sich ihr Verhalten verändert“, erklärt Alexander Wurm. „Dabei schauen wir insbesondere auch auf Gene, die bei weiblichen und männlichen Patient:innen unterschiedlich aktiv sind. So wollen wir herausfinden, ob bestimmte Gene bei Frauen oder Männern eine besondere Rolle spielen, um potenzielle Angriffspunkte für geschlechtersensible Therapien identifizieren.“

Zugleich macht das Projekt deutlich, warum der Einfluss des biologischen Geschlechts in präklinischen und klinischen Studien stärker berücksichtigt werden muss: Frauen sind in Studien oft unterrepräsentiert, was die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Therapien für beide Geschlechter beeinträchtigen kann. Zudem existieren oftmals keine geeigneten weiblichen Modelle, um spezifische Unterschiede zu männlichen Modellen systematisch zu untersuchen. „Bisher wurde dem Geschlecht vor allem in der präklinischen Forschung kaum Beachtung geschenkt“, sagt Alexander Wurm. „Wir haben in einem ersten Schritt entsprechende Modelle etabliert und Personal rekrutiert, um dieses hochspannende Projekt anzugehen.“

Das Forschungsprojekt CRC EXPOSED läuft seit Ende 2025 und wird in enger Zusammenarbeit zwischen der Abteilung für Translationale Medizinische Onkologie und der Abteilung für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie am NCT/UCC Dresden durchgeführt.

Mehr Informationen zum Forschungsprojekt CRC EXPOSED