Dr. Alexander Wurm und sein Team am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT/UCC) Dresden gehen dieser Frage im Forschungsprojekt CRC EXPOSED nach, gefördert von der Deutschen Krebshilfe mit 306.700 Euro. Im Fokus stehen molekulare Unterschiede, die bestimmen, wie sich Darmkrebs bei Frauen und Männern unterschiedlich entwickelt und wie Tumoren individuell auf Therapien reagieren.
Ernährung ist ein wesentlicher Bestandteil der Behandlung von Krebserkrankungen, da sie den Krankheitsverlauf, die Verträglichkeit der Therapie und die Lebensqualität maßgeblich beeinflusst. Eine strukturierte Ernährungstherapie durch qualifiziertes Fachpersonal hilft, Mangelernährung vorzubeugen, kann das Ansprechen auf Therapien verbessern, Nebenwirkungen verringern sowie Immunsystem und Allgemeinbefinden stärken.
Die Akute Myeloische Leukämie (AML) ist eine besonders aggressive Form von Blutkrebs, die ohne rasche und intensive Behandlung meist schnell voranschreitet. Zwar kann die Erkrankung durch eine Chemotherapie oftmals eingedämmt werden (Remission), doch bei vielen Betroffenen kehrt sie zurück. Eine dauerhafte Heilung gelingt häufig nur durch eine Stammzelltransplantation – vorausgesetzt, die Leukämie lässt sich zuvor ausreichend zurückdrängen. Eine neue, deutschlandweite Studie unter Leitung der Dresdner Hochschulmedizin zeigt nun, dass die Kombination aus intensiver Chemotherapie und der Substanz Venetoclax die Behandlungsergebnisse bei aggressiver akuter Leukämie deutlich verbessern kann. Dies belegen die Ergebnisse von RELAX mit einer 75-prozentigen Remission im Vergleich zur historischen Kohorte mit 40 Prozent. Die Studie wurde heute, am 4. März, in der renommierten Fachzeitschrift The Lancet Haematology veröffentlicht.
Zu Beginn des Jahres 2026 ist mit RELEVANT (ETAL-5) die derzeit größte, in Deutschland rekrutierende Studie zu allogenen Stammzelltransplantationen für Patientinnen und Patienten gestartet, die an Akuter Myeloischer Leukämie (AML) oder einem Myelodysplastischen Syndrom (MDS) leiden. Für viele dieser Erkrankungen ist die Transplantation von Stammzellen derzeit die einzig heilende Therapiemöglichkeit. Ziel der gemeinsam von Forschenden aus Dresden und Kiel geleiteten Untersuchung ist es, die Behandlungsmöglichkeiten und das Langzeitüberleben für ältere und vorerkrankte Menschen zu verbessern.
Anlässlich des Internationalen Kinderkrebstages am 15. Februar macht das Kinderonkologische Zentrum am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT/UCC) Dresden auf zwei neue, wegweisende Versorgungsprojekte aufmerksam, die in Sachsen gestartet sind. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen mit einer Krebserkrankung sowie ihren Familien unabhängig vom Wohnort einen Zugang zu bestmöglicher, universitärer Versorgung zu ermöglichen.
Der Weltkrebstag am 4. Februar bietet Anlass, auch seltene Tumorerkrankungen wie primäre Hirntumoren in den Blick zu nehmen. Diese stellen aufgrund ihrer Lage eine besondere Herausforderung für Betroffene, Angehörige und das Gesundheitssystem dar. Die Diagnostik ist komplex und die Therapie hochspezialisiert, da sie in unmittelbarer Nachbarschaft von Gehirn, Hirnnerven, Sinnesorganen und zentralen Blutgefäßen entstehen. Pro 100.000 Einwohner:innen in Deutschland gibt es jährlich nur 20 bis 25 Neuerkrankungen, doch die funktionellen Auswirkungen primärer Hirntumore können gravierend sein.
Eine Studie der Mildred-Scheel-Nachwuchsforschungsgruppe unter der Leitung von Dr. Mohamed Elgendy an der Medizinischen Fakultät der TU Dresden liefert grundlegende Erkenntnisse zur Krebsbiologie. Die in der renommierten Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlichte Arbeit zeigt erstmals, dass das Protein MCL1 nicht nur den programmierten Zelltod hemmt, sondern zugleich eine zentrale Rolle im Tumorstoffwechsel spielt.
Seit zehn Jahren vereint das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT/UCC) Dresden wissenschaftliche Innovation und moderne Patientenversorgung unter einem Dach. Hier arbeiten Expertinnen und Experten aus Medizin, Forschung und Technologie eng zusammen, um Diagnostik und Therapie von Krebserkrankungen spürbar zu verbessern. Durch die enge Verzahnung mit dem bereits 2003 gegründeten Universitäts KrebsCentrum (UCC) sowie dem Zusammenspiel aus klinischer Expertise, Hightech-Infrastruktur und interdisziplinärer Forschung ist in Dresden ein Zentrum entstanden, das deutschlandweit Maßstäbe setzt.
Blutkrebserkrankungen wie die Leukämie werden durch genetische Veränderungen in den blutbildenden Stammzellen des Knochenmarks verursacht. Ein internationales Forscherteam unter Leitung der Universitätsmedizin Mainz hat nun gezeigt, dass chronische Entzündungen das Knochenmark bereits in frühen Krankheitsstadien verändern und so die Entwicklung von Blutkrebs beschleunigen können. An der Studie waren auch Wissenschaftler:innen der Hochschulmedzin Dresden und des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT/UCC) Dresden um Prof. Marc Schmitz und PD Rebekka Wehner maßgeblich beteiligt. Die Ergebnisse wurden in der renommierten Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht.
Als erste Studie in Deutschland nimmt PROSa+ die Lebensqualität und die Versorgungserfahrung von Langzeitüberlebenden mit Sarkomen in den Blick. Im Dezember 2025 startet die Rekrutierung. Personen, deren Sarkomdiagnose mindestens fünf Jahre zurückliegt, können sich deutschlandweit an der Befragung beteiligen.
Stefanie Speidel, Professorin für Translationale Chirurgische Onkologie, und Martin Wagner, Professor für KI-gestützte Assistenzsysteme in der Chirurgie, wurden mit dem renommierten Reinhart-Koselleck-Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ausgezeichnet.
Unter der Leitung von Prof. Jakob N. Kather, Professor für Clinical Artificial Intelligence am Else Kröner Fresenius Zentrum (EKFZ) für Digitale Gesundheit, Technische Universität Dresden (TUD) und Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, hat ein internationales Expertengremium Leitlinien für den sicheren Einsatz von Large Language Models (LLMs) in der Onkologie erarbeitet. Prof. Stephen Gilbert und Dr. med. Isabella Wiest, EKFZ für Digitale Gesundheit, brachten ebenfalls ihre Expertise mit ein. Die Initiative entstand innerhalb der „Real World Data & Digital Health Task Force“ der Europäischen Gesellschaft für Medizinische Onkologie (ESMO). Die neuen Leitlinien sollen Patientinnen und Patienten, medizinisches Fachpersonal sowie Gesundheitseinrichtungen beim verantwortungsvollen Einsatz von KI-Sprachmodellen unterstützen.
In einer Übersichtsarbeit wurden über 13.000 Publikationen zu diesem Themenbereich analysiert. Daraus extrahierten Wissenschaftlerinnen 32 Empfehlungen für eine langfristige, effiziente und passgenaue Nachsorge junger Betroffener.
Beim mittlerweile 7. NCT/UCC-Benefizlauf am 2. September im Großen Garten gingen rund 950 Läuferinnen und Läufer an den Start. Gemeinsam knackten sie erstmals die 10.000 Kilometer-Marke und legten genau 10.698 Kilometer zurück. Stand jetzt konnten rund 41.000 Euro an Spenden erzielt werden.
Dr. Helena Jambor, Molekularbiologin an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Graubünden in Chur und der Medizinischen Fakultät der TU Dresden mit dem NCT/UCC Dresden, hat jetzt eine praxisorientierte Checkliste erstellt, die Forschenden hilft, wissenschaftliche Abbildungen verständlich und effektiv zu gestalten. Die Arbeit dazu sowie die Checkliste wurden kürzlich in der Fachzeitschrift Nature Cell Biology veröffentlicht.
Das NCT fördert einen vielversprechenden Therapieansatz für Patient:innen mit fortgeschrittenen soliden Tumoren: Eine neu entwickelte TCR-T-Zelltherapie wird ab 2027 in der multizentrischen ToMA4TA1-Studie erstmals klinisch geprüft.
Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT/UCC) Dresden bietet im Rahmen einer klinischen Studie ab sofort Patientinnen und Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) die Teilnahme an einer innovativen Behandlung mit einem individualisierten mRNA-basierten Krebsimpfstoff nach einer Operation an.
Die Studie ist Teil des Förderschwerpunktprogramms „Langzeitüberleben nach Krebs – Datenerhebung und Datenanalyse“ der Deutschen Krebshilfe (DKH). Die Stiftung fördert derzeit insgesamt fünf Projekte in einer Gesamthöhe von drei Millionen Euro.
Am Freitag, 20. Juni lädt die 22. Dresdner Lange Nacht der Wissenschaften unter dem Motto „Die Nacht, die schlauer macht“ zwischen 17 und 24 Uhr ein, Forschung live zu erleben.